<<raptus/rapere>>
Trauma – eine durch Gewalteinwirkung entstandene Verletzung des Körpers bzw. eine tiefgreifende seelische Erschütterung, die im Inneren fortbesteht. Der Begriff ist sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie verankert und beschreibt eine Grenzverletzung, die sowohl sichtbare als auch kaum greifbare Spuren hinterlässt. Doch wie verlaufen diese abstrakten Prozesse, und gibt es einen Weg, sie sichtbar zu machen? Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt meiner Bachelorarbeit «raptus/rapere», in der ich sexualisierte Gewalt gegenüber weiblich gelesenen Personen und ihre psychischen Nachwirkungen thematisiere. Um eine visuelle Sprache für das Unsichtbare zu entwickeln, habe ich psychische Traumareaktionen den physischen Wundheilungsmechanismen gegenübergestellt. In dieser Gegenüberstellung untersuche ich Parallelen zwischen Körper und Psyche, zwischen Schmerz und Regeneration, bis hin zur Wiederannäherung an das eigene Selbst. Die Arbeit gliedert sich in fünf Phasen: Beginnend mit der Wundentstehung, entfalten sich in den folgenden Installationen die weiteren Stadien des Verarbeitungsprozesses. Aus einzelnen Bildfragmenten entstehen neue Zusammenhänge, die das Ringen zwischen Verletzung, Erkenntnis und Integration verkörpern. «raptus/rapere» versteht Heilung nicht als linearen Weg, sondern als zyklischen Prozess – als ein wiederkehrendes Aufbrechen, Erkennen und Zusammenfügen.
Studierende
Caroline Schwab